Notation von Musik

Die übliche Notation erfasst etwa 500 Jahre Musikgeschichte. Ihre Anwendung reicht von monophonen Melodien bis zu ungeheurem Kontrapunkt für großes Orchester. Wie bekommen wir dieses vielköpfige Monster zu fassen? Unsere Lösung ist es, eine strikte Trennung zwischen der Notation, also welche Symbole benutzt werden, und dem Satz, also wohin sie gesetzt werden, zu machen. Um das Problem anzupacken, haben wir es in kleine (programmierbare) Happen zerteilt, so dass jede Art von Symbol durch ein eigenes Plugin verarbeitet wird. Alle Plugins kooperieren durch die LilyPond-Architektur. Sie sind vollständig modular und unabhängig und können somit auch unabhängig voneinander entwickelt werden.

Polyphone Notation

Das System, wie es im letzten Absatz gezeigt wurde, funktioniert sehr gut mit monophoner Musik, aber wie geht es mit Polyphonie? Hier müssen sich mehrere Stimme ein System teilen:

In diesem Fall werden das System und die Vorzeichen geteilt, aber die Hälse, Bögen, Balken usw. sind jeder einzelnen Stimme eigen. Die engraver müssen also gruppiert werden. Die fü die Köpfe, Hälse, Bögen usw. werden in einer Gruppe mit dem Namen „Voice context“ (Stimmenkontext) zusammengefasst, die engraver für den Schlüssel, die Vorzeichen, Taktstriche usw. dagegen in einer Gruppe mit dem Namen „Staff context“ (Systemkontext). Im Falle von Polyphonie hat ein Staff context dann also mehr als einen Voice context. Auf gleiche Weise können auch mehrere Staff contexte in einen großen Score context (Partiturkontext) eingebunden werden:

Weiter: Die Kunst des Notenstechens: Wie wurde denn Musik mit der Hand gestochen?


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